ProSim - Prozedurales Professionswissen im Simulierten Klassenraum entwickeln

 

Über die Qualität guten Unterrichts entscheidet das fachliche, fachdidaktische und pädagogische Wissen angehender Lehrkräfte, welches gleichzeitig prädiktiv für den zukünftigen Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern ist. Die angesprochenen Dimensionen des Professionswissens werden in unterschiedlichen Veranstaltungen des Lehramtsstudiums explizit thematisiert und gefördert. Das im akademischen Diskurs erlangte Sachwissen wird dem deklarativen Professionswissen zugeordnet. Dem entgegen steht das prozedurale Wissen, welches das Handlungswissen umfasst. Problematisch ist in diesem Zusammenhang eine unzureichende Vernetzung beider Wissenselemente, wodurch deklaratives Wissen isoliert bleibt, ohne in prozedurales Wissen umgesetzt zu werden. Diese Diskrepanz äußert sich im realen Unterrichtsgeschehen in wenig reflektierten und affektiven Handlungsmustern seitens der Lehrperson. Das Projekt ProSim – Prozedurales Professionswissen im Simulierten Klassenraum entwickeln – fokussiert die Schnittstelle zwischen deklarativem und prozeduralem Wissen und unterstützt die Entwicklung von professioneller Kompetenz bei angehenden Lehrkräften der Biologie.

Für die handlungsnahe Erfassung prozeduralen Wissens bietet sich der Einsatz eines Simulierten Klassenraums (SKR) an. Dieser besteht aus einer virtuellen Schulklasse, wobei die einzelnen Schülerinnen und Schüler durch individuelle Fähigkeits- und Eigenschaftsprofile charakterisiert sind. Entsprechend der voreingestellten Fähigkeitsparameter werden Antworten zu evolutionsbiologischen Fragestellungen gegeben, welche auf fehlerhaften bzw. alternativen Vorstellungen beruhen. Die Aufgabe der Probanden wird es sein, durch eine Sequenz von Lehrerfragen und Schülerantworten die geäußerten inhaltlichen Fehl- und Präkonzepte zu identifizieren. Anhand der ausgewählten Lehrerfragen kann ein Rückschluss auf das prozedurale diagnostische Wissen im biologiedidaktischen Kompetenzbereich der Probanden geschlossen werden. Im Anschluss sollen die Probanden geeignete Maßnahmen auswählen, um die geäußerten fehlerhaften Schülervorstellungen im Sinne des Conceptual Change zu korrigieren.


Ziel dieser Studie ist die Entwicklung eines digitalen Instruments zur Erfassung prozeduralen Professionswissens von Lehramtsstudierenden im biologiedidaktischen sowie pädagogisch-psychologischen Wissensbereich. Das Trainingsinstrument SKRBio ermöglicht den Studierenden des Fachbereichs Biologie eine handlungsnahe Anwendung deklarativen und prozeduralen Wissens im Kontext evolutionsbiologischer Fragestellungen, wodurch prozedurales diagnostisches Wissen und prozedurales Wissen zu Lernprozessen in universitären Lehrveranstaltungen gefördert wird.

ProSim ist ein Verbundprojekt des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN, Teilprojekt: ProSimBio) und dem Institut für Pädagogisch-Psychologische Lehr- und Lernforschung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (IPL, Teilprojekt: ProSimPsy).

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier: https://www.wihoforschung.de/de/prosim-1367.php

 

Beteiligte Personen

Dr. Friederike Helm

Prof. Dr. Jens Möller

Dipl.-Psych. Julia Walter

M. Ed. Julian Fischer (IPN, Kiel)

Prof. Dr. rer. nat. Ute Harms (IPN, Kiel)

Projektpublikationen