Selbstkonzept & Dimensionale Vergleiche (I/E-Modell)

 

Dieses Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Frage, wie Personen zu einem differenzierten Selbstbild ihrer Persönlichkeit, insbesondere ihrer leistungsbezogenen Stärken und Schwächen, kommen.

Akademische Selbstkonzepte (auch fachspezifisches Selbstvertrauen genannt) gelten in der pädagogisch-psychologischen Forschung als bedeutsame Schülermerkmale, die leistungsthematisches Verhalten erklären und vorhersagen können. Sie selbst wiederum basieren auf Erfahrungen in Leistungssituationen primär im Kontext Schule bzw. Unterricht und den Interpretationen dieser Erfahrungen. Leistungsergebnisse werden dabei mit Bezug auf unterschiedliche Referenzrahmen interpretiert.

Dieser Prozess ist im Internal/External Frame of Reference Model (I/E-Modell) von Marsh (1986; 1990) theoretisch präziser gefasst. Dabei wird angenommen, dass das akademische Selbstkonzept in einem Schulfach Ergebnis von (a) sozialen Vergleichen mit den Klassenkameraden und (b) dimensionalen Vergleichen mit den eigenen Leistungen in anderen Fächern ist. Das Reciprocal Internal/External Frame of Reference Model (RI/E-Modell; Möller, Retelsdorf, Köller & Marsh, 2011) erweitert
dieses Modell und postuliert Effekte vorhergehender auf nachfolgende Leistungen und Selbstkonzepte.

Die Theorie dimensionaler Vergleiche (Möller & Marsh, 2013) fasst empirische Erkenntnisse zu dimensionalen Vergleichsprozessen zusammen. Dimensionale Vergleiche führen beispielsweise dazu, dass zwei Schüler mit identischer Leistung in Mathematik ein ganz unterschiedliches Selbstvertrauen in Mathematik entwickeln, je nachdem wie gut sie in Deutsch und anderen verbalen Fächern abschneiden. Zentraler Gegenstand der aktuellen Forschung ist dabei die Frage, wie dimensionale Vergleiche ausgelöst werden und welche Auswirkungen sie auf das Selbstkonzept haben. Dimensionale Vergleiche können dabei nicht nur zwischen Leistungen in verschiedenen Fächern vorgenommen werden, sondern auch zwischen anderen Merkmalen. Zudem können sie sich nicht nur auf akademische Selbstkonzepte auswirken, sondern auch auf Selbsteinschätzungen in anderen Bereichen sowie auf Motivation und Verhalten (Möller, Müller-Kalthoff, Helm, Nagy & Marsh, 2016).

Beteiligte Personen

Dr. Friederike Helm

Prof. Dr. Jens Möller

Dipl.-Psych. Fabian Wolff

Jun.-Prof. Dr. Friederike Zimmermann

Projektpublikationen

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