EUROPA-Studie

 

Ziel der EUROPA-Studie ist die Evaluation der Staatlichen Europa-Schule Berlin (SESB). Die SESB folgt dem Konzept der dualen Immersion mit dem Ziel der balancierten Zweisprachigkeit. Derzeit gibt es neun Sprachprogramme aufgeteilt auf verschiedene Standorte: Der Unterrichtet findet auf Deutsch und entweder Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch oder Türkisch statt. Die Sprachen sind gleichberechtigt; die Hälfte der Schulfächer wird in Deutsch, die andere Hälfte in der jeweiligen Partnersprache unterrichtet. Bei der Zusammensetzung der Klassen sollen diese zu 50 % aus Lernenden mit der Erstsprache (L1) Deutsch und zu 50 % aus Lernenden mit der jeweiligen Partnersprache als L1 bestehen. Die Lehrkräfte in den partnersprachig unterrichteten Fächern sprechen die Partnersprache als L1.

Mit der EUROPA-Studie (gefördert vom Berliner Senat und der Mercator-Stiftung, durchgeführt in Kooperation des MPI für Bildungsforschung, des IPN und der Universität Kiel) soll das Konzept der SESB wissenschaftlich überprüft werden. In der ersten Phase der Evaluation wurde dazu im Schuljahr 2014/15 eine Vollerhebung an der SESB in der 4. und 6. Jahrgangsstufe der 17 Grundschulstandorte sowie in der 9. Jahrgangsstufe bzw. an 15-Jährigen der 13 weiterführenden Schulen durchgeführt. In Klassenstufe 4 wurden zusätzlich die Regelzüge sowie zufällig gezogene Klassen aus Regelschulen als Vergleichsgruppe einbezogen. Die Schülerinnen und Schüler, die 2014 die Klassenstufe 4 besuchten, nahmen zudem im Rahmen einer längsschnittlichen Untersuchung in den Jahren 2015 und 2016 erneut teil.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung schulisch erworbener Kompetenzen in den Bereichen Leseverständnis und Naturwissenschaften, die in beiden Sprachen erfasst wurden. Zudem wurden die Leistungen in Mathematik und Englisch getestet und die Zusammensetzung der Schülerschaft sowie deren soziale und kulturelle Integration analysiert. Als Vergleichsstichprobe dienen dabei zum einen monolingual unterrichtete Gleichaltrige aus Berlin, zum anderen ist ein Vergleich mit repräsentativen internationalen Stichproben aus Ländern, in denen die nichtdeutsche Partnersprache Verkehrssprache ist, möglich.

 

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier: http://www.europa-studie.uni-kiel.de/de

Beteiligte Personen

Dr. Isabell Paulick

M.A. Sandra Preusler

Prof. Dr. Jens Möller

Projektpublikationen

Möller, J., Hohenstein, F., Fleckenstein, J., Köller, O. & Baumert, J. (Hrsg.). (2017). Erfolgreich integrieren – Staatliche
Europaschule Berlin. Münster: Waxmann.